Kurzantwort: Fett erstarrt im Rohr und bindet Essensreste und andere Partikel zu einem harten Pfropfen. Regelmäßiges Spülen mit heißem Wasser, Natron und Essig beugt vor. Bei bestehenden Ablagerungen hilft nur mechanische Reinigung oder Hochdruckspülung durch einen Fachbetrieb.
Wie entsteht Fett im Rohr?
Speiseöl und Bratfett sind bei Zimmertemperatur flüssig oder zähflüssig. Beim Einleiten in den Abfluss werden sie durch das Wasser transportiert. Doch schon wenige Dezimeter weiter im Rohr kühlen sie ab und erstarren an der Innenwand. Mit jeder weiteren Mahlzeit wächst die Fettschicht. Mit der Zeit bildet sich ein enger Querschnitt, in dem sich dann auch Feuchttücher, Haare und Essensreste verfangen.
Das klassische Küchenszenario: Bratpfanne mit Ölresten ausgespült - Bräter mit Schmalz unter heißem Wasser abgewaschen - Suppe mit Fettschwimmer weggekippt. Jede dieser Handlungen trägt zur Ablagerung bei.
Anzeichen für Fettablagerungen
- Küchenabfluss läuft seit Wochen langsamer ab
- Beim Abwaschen staut sich Wasser kurz, läuft dann aber doch ab
- Aus dem Abfluss kommt ein ranziger Geruch
- Verstopfungen kehren nach kurzer Behandlung mit Abflussreiniger immer wieder
Mechanische Methoden zur Entfernung
Hochdruckspülung
Das effektivste Mittel gegen festsitzende Fettablagerungen. Ein Fachbetrieb führt einen flexiblen Schlauch mit Düse in die Leitung. Das Wasser löst die Ablagerungen und drückt sie in Richtung Hauptkanal. Für Küchenleitungen in Mehrfamilienhäusern oder Gaststätten ist das die Standardmethode.
Rohrspirale
Für einfachere Fettablagerungen nah am Siphon. Die rotierende Spirale fräst sich durch den Belag. Weniger effektiv als Hochdruck, aber für erste Selbsthilfe geeignet.
Hausmittel: Was wirklich hilft
Chemische Abflussreiniger lösen Fett kaum zuverlässig auf. Effektiver und materialschonender sind:
- Heißes Wasser: Einmal wöchentlich einen Topf kochendes Wasser langsam in den Küchenabfluss schütten. Das Fett wird kurz verflüssigt und weiter in Richtung Hauptkanal getrieben.
- Natron und Essig: 3 Esslöffel Natron in den Abfluss, dann 100 ml Essig hinterher. Die Reaktion löst organische Ablagerungen. Nach 15 Minuten mit heißem Wasser nachspülen.
- Spülmittel und heißes Wasser: Spülmittel emulgiert Fett. Einen Schuss konzentriertes Spülmittel mit heißem Wasser als monatliche Pflege.
Vorbeugung: Das Fett gehört nicht in den Abfluss
- Bratfett und Öl in alten Schraubgläsern sammeln und mit dem Restmüll entsorgen
- Pfannen und Töpfe vor dem Abwaschen mit Küchenpapier ausreiben
- Für Gaststätten und Großküchen in Erfurt: Fettabscheider entsprechend Vorschrift einbauen und regelmäßig warten lassen
- Sieb im Abfluss verwenden, das Essensreste zurückhält
Wann muss ein Fachbetrieb ran?
Spätestens wenn das Wasser gar nicht mehr oder nur noch sehr langsam abläuft und Hausmittel keine Wirkung zeigen, ist ein Profi gefragt. In Gaststätten oder Mehrparteienhäusern sollte die Grundleitung ohnehin alle 1 bis 2 Jahre präventiv gereinigt werden.